Marion Ruthardt

Malen vor den Fiakern auf dem Domplatz von Salzburg!

Für das 1. Kontracom Festival in Salzburg, im Mozart Jahr 2006. Ziel war es, der allgegenwärtigen , barocken Kunst in Salzburg etwas modernes entgegen zu setzen.  Olaf Nicolaj war Teil des Festivals, und seine Absicht war es, aktuelle Zeitungsfotos mit Kreide auf die Straße zu bringen. Da er ja davon selbst keine Ahnung hatte, suchte er sich freiwillige Kunst Studenten in Salzburg. Das  war auch nicht Teil ihrer Ausbildung, deshalb wurden Gregor Wosik und ich als „Ausbilder“ engagiert. Das war unsere erste, gemeinsame Arbeit, und unser erster Workshop für Erwachsene. In insgesamt 3 Aufenthalten malten wir mit den Studenten ca 25 Bilder in der gesamten Innenstadt. Olaf Nicolaj jonglierte passend dazu mit wichtigen Worten 

Das Festival war „der “ Aufreger, in Salzburg, da es sehr teuer war – 1, 4 Millionen – und Otto Normalbürger natürlich kein Verständnis für die meisten Kunstwerke hatte. Besonders ein Militärhubschrauber aus London, der hier auf den Kopf gelegt wurde, war extrem teuer und fand keine Freunde. Am kuriosesten wurde es, als ein Einwohner Salzburgs seine Peugot auch auf den Kopf stellte, auf dem Mozart Platz, und der Mozart Statue die Augen verband.   Er wurde für diese Ordnungswidrigkeit bestraft, das war keine Kunst. –Als allerdings  eine Großleinwand auf dem nächsten Platz aufgestellt wurde, und jederman konnte das Fußball Endspiel Deutschland versus Italien sehen, verlor das Publikum völlig das Interesse am Hubschrauber.  Hier ein  Bericht von Nina Schedlmayer für das artmagazine

Nina Schedlmayer

Contemporary.Festival.Salzburg: Beim Kunst-Teil des Salzburger Kontracom-Festival ist

Alles da Monatelang hatten FPÖ und Kronen Zeitung ihr Gift verspritzt: Von „Kulturschande“ und „Verhunzen“ war die Rede im Zusammenhang mit dem Kunst-Teil des Kontracom-Festivals (bei dem übrigens auch viel elektronische Musik zu hören ist) in der Salzburger Innenstadt, und die Künstler existierten prinzipiell nur zwischen Anführungsstrichen. Wenigstens gaben weder die Verantwortlichen noch die Politik den Anfeindungen nach. Alles wurde installiert wie geplant, mit einer kleinen Änderung: Paola Pivis inkriminierter Hubschrauber liegt nun nicht am Mozart- sondern am Residenzplatz auf dem Rücken – ein wenig verloren zwar, aber doch. 10 KünstlerInnen hat Kurator Max Hollein ausgewählt, die sich mit dem Stadtkern auseinandersetzen sollten – und dabei großteils auf Bewährtes gesetzt: Jonathan Meese hat den Siegmundstor-Tunnel in einen Mythenkanal verwandelt; Hans Schabus hat mit seinem Bauzaun, dessen Höhen den Notierungen von Johann Strauss` „Demolirer-Polka“ entsprechen, den Blick auf den Mirabellgarten verbarrikadiert und damit den Zorn von Heimatschützern und Touristen-Abzockern auf sich gezogen. Ayse Erkmen hat drei bunte Kugeln in die Lücke zwischen zwei Häusern so eingeklemmt, dass sie zu schweben scheinen, Olaf Nicolai Studierende des Mozarteums mit Straßenmalereien beauftragt, die Zeitungsfotos reproduzieren und Michael Sailstorfer ein verspiegeltes Ding auf die Mirabellgarage gesetzt. Die wohl witzigste Aktion kommt von Christoph Büchel, der ein Bürgerbegehren initiiert hat – für eine kunstfreie Innenstadt. Und prompt von der ÖVP dafür gescholten wurde: Er wolle sich ja bloß über die Salzburger lustig machen. Nicht schlecht erkannt! Dem Projekt fehlt nichts, es ist alles da: Das Dekorative ebenso wie das Partizipative, das Verstörende ebenso wie das Integrative. Das mag beliebig erscheinen, und doch gilt dieser Vorwurf nur mit Einschränkungen: Nicht bloß das Kunstpublikum, sondern die „zufälligen Passanten“ möchte man schließlich ansprechen – dafür eignet sich eine größere Bandbreite besser als eine thematische Fokussierung. Ob sich der „zufällige Passant“ allerdings ansprechen lässt, das muss sich erst zeigen.

Contemporary.Festival.Salzburg
12.05 – 16.07.2006

 

 

 

Workshops mit Jugendlichen

5 Jahre hintereinander hatte ich das Vergnügen, Jugendliche im Kultur Camp vom Jugend Kloster in Bottrop Kirchhellen das Strassenmalen bei zu bringen. Ind diesem Kloster leben die Redemptoristen, eine christliche Ordensgemeinschaft mit ca 5 300 Mitgliedern weltweit. Sie haben das Ziel, die frohe Botschaft an die Armen zu verkünden. Mit ihnen zu leben, und zu arbeiten, und in der Gestaltung ihres Ideals großherzig, pragmatisch und kreativ zu sein.

In Kirchhellen sind sie auf Jugend Arbeit spezialisiert. https://www.jugend-kloster.de/Kreativ waren dann meine Jugendlichen auch, es entstanden immer außergewöhnliche Ergebnisse. Am Tag 1 erklärte ich der ganzen Gruppe ide Strassenmalerei an Hand des gleichen Motivs.

Am zweiten Tag durfte jeder sich sein eigenes Motiv wählen, und dann auf Spanplatte malen. So konnte man das fertige Werk mit nach Hause nehmen. Natürlich nicht, ohne vorher eine Abschluß Ausstellung für die Eltern auf zu bauen. Die Ergebnisse waren immer unglaublich vielfältig, und überwältigend. Ich habe mich auch immer sehr über den Eifer der Jugendlichen gefreut, natürlich hatten sie auch viele lustige Phasen, aber von der „verlorenen Jugend von heute“  war nichts zu erkennen!

Noch zwei schöne Beispiele. Links, meine fleißige , freiwillige Schülerin Johanna, Bewohnerin der schönen Insel Föhr. Ihre Großmama führte das Strandcafé im Hintergrund. Auf der Strandpromnade malte sie Delphine. 

Rechts, genauso fleißig, 3 Mädchen einer großen Gruppe einer Förderschule in Dissen. Schwierige Kinder –aber leicht zu bändigen, mit der Malerei! Alle waren voll begeistert und malten konzentriert

Jüngere Kinder, links ein Workshop auf Curacao. Das Strassenmalen verbindet Völker und Generationen. 

Rechts ein typisches Kleinkind, welches eigentlich am liebsten erst mal nur Farben ein und auspackt. Damit es bei Kinder Bildern nicht ganz so ungeordnet zu geht –was dann meistens zwar zur Freude der Eltern ist, aber weniger , zur Erbauung des restlichen Publikums, „ordne „ich die Szenerie gerne , indem ich etwas vormale

Wie zum Beispiel links, für die Kindernothilfe Duisburg, zum Kinderkulturfest im Innenhafen Duisburg. Ich habe einen Drachen vorgemalt, der Drachenkopf  war ein Beispiel, dann der Drachenkörper, den Kinder einfach nur innerhalb der schwarzen Linien ausmalen sollten.  Je mehr Kinder kommen, desto länger wird der Drachenkörper.                              Daneben eine andere Möglichkeit, ein Mandalafür ein Erntedankfest in Neukirchen – Vluyn. . Und dann ganz links, haben Gregor Wosik und ich in Partner Arbeit gemalt, für den Tierpark in Gelsenkirchen, https://www.zoom-erlebniswelt.de/startseite.html, in der Mitte malte Gregor „schöne“ Tiere, dann floß das Bild in ein Puzzle aus, und Kinder bemalten die Puzzelteile.

Auf dieses Bild bin ich mit Recht sehr stolz, aber danach war ich auch erschöpft. Das habe ich mit 11 Mädchen, durchschnittlich 10 Jahre alt, in 2 Tagen geschafft!Das Bild ist 7 x 9 Meter groß! Eine außergewöhnliche Leistung für so junge Anfänger. Allein die Konzentration 2 Tage lang zu halten, bedeutet schon einiges. Organisiert wurde das ganze von der   freinen Kunstschule Artefix im Saarland, Homburg. Mit der Sommerakademie in Blieskastel https://www.artefix.de/

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