Marion Ruthardt

Die Wandmalerei startete ich direkt ganz klassisch, mit „der Erweckung des Adams“ –und , wie es sich gehört, wie Michelangelo an die Decke. Zum Glück brauchte ich allerdings nicht wie er, in den nassen Putz an einer Kirchendecke zu malen. Sondern gemütlich , auf einem Gerüst, mit Pinsel in annehmbarer Höhe. 

Das geschah im griechischem Restaurant „Nachtuuhl“ , in Wyk auf der schönen Insel Föhr. Es wird geführt in polnisch-türkischer Kooperation, von den Eheleuten Beata und Erkan Akdag. Aber um das griechische Element noch etwas zu betonen, malte ich noch die Insel Santorini an die Wand. –Das gefiel dann auch den Nachbarn aus Nieblum. Die Besitzer des Hotels Witt, baten mich, eine maurische Languste an die Essens Ausgabe zu  platzieren

Auf der Insel im Watt hatte ich dann auch einen richtigen Lauf. Als nächstes meldete sich das 5 Sterne Hotel Arfsten aus Wyk. Ich malte den Namen auf die Rückwand, ein Eingangsschild, und für die Wohnzimmer Dekoration eine Friesien. Sie ist gekleidet in der typischen Tracht. Die Kugeln am Busen zeigen den Reichtum der Frau an, trotzdem schaut sie traurig in die Ferne. Ihr ergeht es wie vielen friesischen Frauen, der Ehemann kommt vom Walfang nicht zurück. …Deshalb war die Emanzipation schon früh Standard auf den friesischen Inseln. 

Neuer Einsatz, in einer Privat Wohnung auf der Hohe Straße, in Köln. Man kann sich das mit Geräusch Kulisse vorstellen, denn es war Karneval, und unten zog der Rosenmontagszug vorbei, und viele betrunkene Menschen

 

Die ganze Wohnung wurde ausgemalt, aber nicht einfach so, sondern nach den Gesetzen der Illusionsmalerei, sondern nach den Gesetzen des Feng Shuis!  (chinesisch 風水 / 风水 ‚Wind und Wasser‘) ist eine daoistische Harmonielehre aus China. Die Wohnung sollte dadurch energetisch gereinigt werden, damit wieder Harmonie entsteht. 

Vor allen Dingen ging es um Reichtum. Nach meinem spirituellem Verständnis bedeutet das, Reichtum des Herzens, Gesundheit, Glück. Bei der Auftraggeberin bedeutete es im wahrsten Sinne des Wortes Geld, obwohl sie schon genug davon hatte. Deshalb dominierte die Farbe blau, und Wasser , und Norden 

Hier ging es mal wieder „handfester“zu, in der Griechen Schänke zu Köln. Der Wirt wollte seine Fußball und Kölsch Kneipe ausgemalt haben. Es war etwas schwierig, im verwinkeltem Keller, aber Gregor Wosik und ich haben etwas daraus gemacht

Der Wirt wollte sich auch selbst portraitiert haben, da mußte doch sogar zu Ölfarbe gegriffen werden. Hier sieht man eindeutig die Handschrift von Gregor Wosik

Details: der Kölner Dom mit dem Museum Ludwig, gesehen von der rechten Rheinseite aus, also von Deutz.

Am Tisch grummelt Overrath vor sich hin, weil der 1.FC Köln mal wieder verloren hat. Daneben sitzen aber zwei heitere Gestalten, das sind Tünnes und Scheel. Der Paparazzi im Hintergrund ist Wolfgang Niedeken,der Leadsänger der Gruppe BAP. 

Links sieht man die Severinbrücke, und eins der Kranhäuser. Die anderen beiden waren damals noch nicht gebaut. Jetzt sind sie fertig, und der berühmteste Mieter heißt Lukas Podolski

Das war jetzt mal ganz eine neue Herrausforderung, und auch eine Sache, die eigentlich nicht Gregors und mein Ding ist —wir haben das ganze Restaurant mit verschiedenen Tulpen und Mosaiken ausgemalt. In Mosaiken sind eher die Muslimen Meister, da dort früher die gegenständliche Malerei nicht so verbreitet war. –Es ging um Tulpen, so auch der Name des Restaurants, denn im 15. Jahrhundert war die Türkei das Zentrum des Tulpenhandels. Erst später wurde dieses Spekulationsobjekt nach Holland gebracht.

Erst auf der rechten Seite konnten Gregor und ich uns dann richtig verwirklichen. Ich malte das Wappen von Istanbul in 2 x3 m, und Gregor die berühmte Yvuz-Sultan-Selim Brücke, welche über den Bosporus geht. In der Landschaft ist Gregors Handschrift unverkennbar

Und noch zwei Spaß Bilder konnten wir malen, ich malte Sultan Osman den II. aus dem 17.Jahrhundert, die Tulpenzeit. Und Gregor malte den Einritt von Fathi Sultan Mehmmed, als er Istanbul von den Christen befreite. Beides Öl auf Leinwand

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